Stolpersteinverlegungen in Bad Lausick und Geithain

Stolpersteinverlegungen in Bad Lausick und Geithain

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Der Künstler Gunter Demnig besucht den Landkreis Leipzig

Gunter Demnig, der das Projekt der Stolpersteine ins Leben rief, besucht im Frühjahr 2019 Leipzig und das Leipziger Land, um weitere Gedenksteine zu verlegen. In Geithain und Bad Lausick sollen ab dem 12. Mai insgesamt vier neue Stolpersteine an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern.

Stolpersteine sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Sie erinnern an alle Opfer des Nationalsozialismus, die entweder ermordet worden oder jegliches anderes Leid durch die Herrschaft der Nationalsozialisten erfahren mussten. Sie werden mit einer Kurzbiographie der Verfolgten versehen und ebenerdig in den Gehweg, am letzten freiwilligen Lebens- oder Arbeitsort der Person, eingelassen. Schon in 25 Ländern weltweit wurden etwa 70.000 Steine verlegt.

Die beiden Jugendprojekte, die nun im Mai durch die Verlegung der Stolpersteine abgeschlossen werden, wurden initiiert und inhaltlich begleitet vom Erich-Zeigner-Haus e.V. Der Leipziger Verein für historisch-politische Jugend- und Erwachsenenbildung bietet seit mehreren Jahren außerschulische Projekte für Schüler*innen an, in denen Stolpersteine verlegt oder Gedenktafeln für „Stille Helden“ verhängt werden sollen.

Die für Geithain erste Verlegung am 12. Mai beginnt 14.00 Uhr in der Chemnitzer Straße 13 in Geithain für Georg Förster. Wir sind sehr froh darüber, dass nun auch in Geithain Stolpersteine an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnern, so Henry Lewkowitz, der geschäftsführende stell.

Vorsitzende des Erich-Zeigner-Haus-Vereins. Und die projektbegleitende Susanne Richter vom Flexiblen Jugendmanagement Landkreis Leipzig ergänzt: „Es ist toll zu sehen wie die Teilnehmenden bis zum Höhepunkt des Projekts engagiert selbstständig arbeiteten“.

Drei Stolpersteine für Walter Paul Rudolph (Rosental 3), Georg Alfred Max Förster und Max Arthur Franz (Bruchheimer Straße 14) sollen nach deren Verlegung das Ergebnis eines erinnerungskulturellen Projektes von Schüler*innen des Internationalen Gymnasiums Geithain bilden. In einer Projektwoche im Februar des Jahres wurden sie, neben dem Erich-Zeigner-Haus e.V., vom Flexiblen Jugendmanagement und dem Heimatverein Geithain e.V. begleitet und recherchierten zu den drei Personen und rekonstruierten deren Schicksal. Ihre Ergebnisse hielten sie außerdem in einer Ausstellung fest, welche noch bis zum 25.05. im Geithainer Heimatmuseum zu besichtigen ist.

Max Arthur Franz wurde im Rahmen der „T4-Aktion“ in Waldheim 1940 ermordet. Georg Förster wurde 1936 gegen seinen Willen zwangssterilisiert, 1940 in die Tötungsanstalt in Pirna-Sonnenstein „eingewiesen“ und am selben Tag seiner Deportation, ebenso im Rahmen der Aktion 4, umgebracht. Ein ähnliches Schicksal erlitt Walter Paul Rudolph. 1941 wurde er, ebenso in Pirna-Sonnenstein, getötet.

Auch in Bad Lausick wird das Schicksal eines Opfers der NS-Euthanasie anhand eines Stolpersteines bald öffentlich ersichtlich. 15.30 findet die Verlegung des Stolpersteines für Ernst Bruno Hönig in der Angerstraße 17 statt. Ihm wurde 1934 „Schizophrenie“ diagnostiziert. Zuvor wurde er 1933 mit einer Gruppe anderer Antifaschisten in Bad Lausick festgehalten, in Schutzhaft genommen und körperlich schwer misshandelt. 1936 wurde er zwangssterilisiert. Kurz vor Kriegsende musste er 1944 für 10 Wochen ins Konzentrationslager Sachsenhausen, überlebte jedoch glücklicherweise den Aufenthalt. Bruno Ernst Hönig verstarb im März 1967.

Nach mehreren Stolpersteinverlegungen in Bad Lausick in den letzten Jahren, unter anderem für den Zeugen Jehovas Friedrich Kaubisch im letzten Jahr, wird nun erstmalig einem Schicksal der NS-Euthanasie durch einen Stolperstein gedacht und so die Bandbreite an allen Opfern des Nationalsozialismus erinnerungskulturell besser dargestellt, so Henry Lewkowitz.

Die Schüler*innen des Freien Gymnasiums Geithain und der Werner Seelenbinder Oberschule werden an den Verlegeorten in Geithain und Bad Lausick am 12. Mai sowohl von ihrer Projektarbeit als auch ihren zusammengetragenen Recherchen zu den Verfolgten berichten. Die Stolpersteinverlegungen sind für die Öffentlichkeit frei zugänglich, sodass sich alle Interessierten am Gedenken beteiligen können.

Einen Tag später wird Gunter Demnig schließlich in Leipzig Stolpersteine verlegen. An insgesamt neun Stellen sollen am dem 13. Mai Gedenksteine liegen.

Das Stolpersteinprojekt in Bad Lausick wurde gefördert von der F. C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.

Henry Lewkowitz

Kontaktdaten

Flexibles Jugendmanagement
Landkreis Leipzig

Straße der Einheit 23-25
04651 Bad Lausick
Telefon: 034345-521082
E-Mail: info@fjm-lkleipzig.de

Träger des Projektes:
Kinder- und Jugendring
Landkreis Leipzig e.V.

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